Stell Dir vor es ist Krieg …

madMax

… und keiner geht hin. Diese Übersetzung einer populären Textzeile aus dem hierzulande ansonsten nicht ganz so populären Gedicht „The People, Yes“ des amerikanischen Dichters Carl Sandburg stand zur Schulzeit Ihres Stadtbenutzers an eine Wand im Gymnasium Völkermarkt geschrieben … wie an viele Wände Europas, das sich damals nicht sicher sein konnte, dass der herrschende Kalte Krieg nicht unversehens wieder heiß würde. Wessen sich Europa – wie der Rest der Welt – allerdings sicher war, war, dass trotz der gerade überstandenen Ölkrise das Automobil als der große Heilsbringer einer goldenen Zukunft gefeiert werden durfte.

Und heute? Heute sind wir in jener goldenen Zukunft der 1970er Jahre angekommen und … angesichts von über 100.000 Ergebnissen auf die Google-Suchanfrage „war on cars“1 sieht es ganz so aus als befänden wir uns ausgerechnet in einem Krieg gegen das Automobil.

gehst du hin?

Now you see me …

invisibleVisibleMan

… now you don’t! Das ist der Text der – zumindest laut der Einschätzung Ihres Stadtbenutzers – amüsantesten Stelle in Terry Jones’ Komödie „Erik the Viking“ aus dem Jahr 1989 (ausserdem der Titel eines Albums von Cliff Richard, sowie einer Reihe von Songs, TV-Serien-Episoden und Filmen). Nutzer von Tarnkappen und magischen Ringen verwenden diesen Satz oft um ihre Feinde und deren unzulängliche Kognition zu verhöhnen. Um so verblüffender, dass im wirklichen Leben Hohn, Schande und allem voraus: Schuld meist jenen zuteil wird, die am „receiving end“ dieser mangelhaften Wahrnehmung anzutreffen sind.

ein Beispiel?

Wider die Flaniermeile

Sonntagsspaziergang am Stadtrand

Es hat sich scheint’s eingebürgert, von „Flaniermeilen“ zu reden, sobald von jenen Teilen der Stadt die Rede ist, die durch Zufußgehende benutzt werden1. Das geht so weit, dass der Online-Zweig der Tageszeitung „der Standard“ jüngst in einer Artikelüberschrift einfach alle FußgängerInnen als „Flanierer“ bezeichnet hat.

Sind sie das nicht?

Wohnst du schon?

wohnstrasse

Die Straßenverkehrsordnung sieht in ihrem Paragraf §76b Abs(1) folgendes vor: „Die Behörde kann, wenn es die Sicherheit, Leichtigkeit oder Flüssigkeit des Verkehrs, insbesondere des Fußgängerverkehrs, die Entflechtung des Verkehrs oder die Lage, Widmung oder Beschaffenheit eines Gebäudes oder Gebietes erfordert, durch Verordnung Straßenstellen oder Gebiete dauernd oder zeitweilig zu Wohnstraßen erklären. In einer solchen Wohnstraße ist der Fahrzeugverkehr verboten; ausgenommen davon sind der Fahrradverkehr, das Befahren mit Fahrzeugen des Straßendienstes, der Müllabfuhr, des öffentlichen Sicherheitsdienstes und der Feuerwehr in Ausübung des Dienstes sowie das Befahren zum Zwecke des Zu- und Abfahrens.

Und tatsächlich hat irgendwann in der Vergangenheit – noch bevor ich in das Grätzl gezogen bin – die Behörde die meiner Wohnung nächstliegende Parallelgasse dauernd zu einer Wohnstraße erklärt. In der Theorie sind solche Wohnstraßen eine fantastische Erfindung. Der gesamte Durchzugsverkehr fällt weg, und jene die auf der Suche nach einem (leider notorisch häufig in solchen Straßen vorzufindenden) Parkplatz sind – oder gerade einen solchen verlassen haben – müssen sich streng nach den Bedürfnissen der Menschen auf der Straße richten. Diese Menschen dürfen dabei so allerhand:

was denn?

StVO-Abschaltung und A********-Signal

warnblink2

Das moderne Automobil ist mit allerhand praktischen Features ausgestattet. Manche davon sind so fancy, dass sie in den Werbungen einzelner Marken extra erwähnt werden (Smartphone-Interface, Kollisionswarner, Parkassistent, etc.), an andere haben wir uns schon so gewöhnt, dass wir sie gar nicht mehr richtig zu schätzen wissen. Zweier dieser super-wichtigen aber wenig gewürdigten Features möchte ich mich hier widmen.

welche sind das?