Stadtbenutzers Wiederkehr

Als ich begann, diesen Blog zu führen, geschah das aus einem plötzlich erwachten Interesse für städtische Verkehrsfragen heraus, das durch mein reges Involvement in die Fahrrad-Szene geweckt worden war. Der/die RadfahrerIn neigt zu einer besonderen Sichtweise zu diesen Themen … ebenso wie zu einem erhöhten Sendungsbewusstsein. Die Schöpfung dieses Blogs war so gesehen also quasi unvermeidbar.

und jetzt?

Stadtbenutzers Rückkehr

Ich bin ein Stadtbenutzer. Weil ich die meisten meiner täglichen Wege (seit dem Winter 2012/13) bei Wind und Wetter und praktisch allen möglichen Straßenverhältnissen mit dem Fahrrad erledige (ich werde auch in kommenden Posts die Gelegenheit haben mein Verhältnis zu Fahrrädern ausgiebiger als nötig darzulegen) neigen die Menschen dazu, mich als Radfahrer wahrzunehmen.

Neuderdings verwenden die Medien gerne den unsäglichen Begriff „Pedalritter”.

Zugegeben: ich habe erst mit dieser regelmäßigen Radfahrerei damit begonnen, mich für urbanen Verkehr und, weiter gefasst, für urbanes Leben, zu interessieren. Nichts desto trotz wird dieser Blog kein „Bicycle Advocacy” Blog. Es wird ganz sicher (auch) um Radfahrangelegenheiten gehen, ich möchte mich aber nicht (nur) als Rad-Blogger verstehen – genauso wenig, wie ich meine Stadtbenutzung auf die eines Radfahrers beschränken will.

Meine Stadtbenutzung ist in Wirklichkeit umfassend: ich wohne (etwa 400 Meter vom Rathaus entfernt, aber außerhalb der Ringstraße); ich gehe zu Fuß; ich nutze die Wiener Linien. Ich besitze ein Auto, parke es mit Parkpickerl ausgestattet im öffentlichen Raum und fahre damit (wie oft und wie gerne wird wahrscheinlich auch in kommenden Posts besprochen werden).

In all diesen Eigenschaften, als Beobachter aus all diesen Standpunkten – und als Studienobjekt in all diesen Situationen – werde ich in diesen Blog verfassen und verwalten.

Ortskundige und Nachbarn haben zu diesem Zeitpunkt bereits gemerkt, dass ich von Wien, der Hauptstadt von Österreich aus blogge. Vielleicht hätte ich das erwähnen sollen, bevor ich mit lokalkolorierten Fachbegriffen wie „Parkpickerl” um mich geworfen habe. Und nicht zufällig beginnt dieser Re-Launch meines persönlichen Blogs zeitgleich mit dem großen Aufreger der Wiener Lokal- und Verkehrspolitik – dem Probebetrieb des Umbaus der Mariahilfer Straße. Wohl deswegen habe ich mir in den letzten Tagen öfter als gewöhnlich Gedanken über das urbane Leben und den urbanen Verkehr gemacht, und schlussendlich reifte in mir der Wunsch, meine Gedanken in Worte zu fassen. Ich hoffe allerdings, dass die Relevanz meiner Postings über dieses unrühmliche Intermezzo hinausgehen wird.

Und damit entlasse ich sie fürs erste, lieber Leser. Eigentlich diente dieser Post ohnehin in erster Linie dazu, mir ein sinnvolles Setup meiner Software zu ermöglichen. Ich hoffe, wir sehen uns jetzt öfter…