Now you see me …

invisibleVisibleMan

… now you don’t! Das ist der Text der – zumindest laut der Einschätzung Ihres Stadtbenutzers – amüsantesten Stelle in Terry Jones’ Komödie „Erik the Viking“ aus dem Jahr 1989 (ausserdem der Titel eines Albums von Cliff Richard, sowie einer Reihe von Songs, TV-Serien-Episoden und Filmen). Nutzer von Tarnkappen und magischen Ringen verwenden diesen Satz oft um ihre Feinde und deren unzulängliche Kognition zu verhöhnen. Um so verblüffender, dass im wirklichen Leben Hohn, Schande und allem voraus: Schuld meist jenen zuteil wird, die am „receiving end“ dieser mangelhaften Wahrnehmung anzutreffen sind.

ein Beispiel?

Eine Anekdote über Anekdoten

cycleRage

Vielleicht wissen Sie ja über mich Bescheid. Dann wissen Sie, wie sehr ich mich an der Schönheit von Fahrrädern – mit Vorliebe von solchen aus Stahl, und besonders gerne aus Italien stammend – erfreuen kann. Sie wissen dann auch, dass ich die meisten täglichen Wege mit dem Fahrrad erledige – auch ausserhalb der eigentlichen Radsaison.

Als sich der Winter in Wien erstmals im Jahresrund mit dem Abwurf von ein paar Schneeflocken gemeldet hatte, postete ich (als Person, nicht als Stadtbenutzer) auf Facebook ein Foto meiner Schneebrille und meines Ribcap, begleitet von einer kleinen fröhlichen Nachricht über die Freuden des Radfahrens in untypischen Wetterverhältnissen und dem Hashtag #wintercycling. Ich erwartete eine Welle freundlich-solidarischer „Likes“.

und? Wie viele waren es?

Die berechnete Freundschaft

energieUndImpuls

In den letzten Monaten wurde hier in unserer Stadt über Gebühr häufig und intensiv darüber diskutiert, ob sich Fußgänger- und Radverkehr miteinander mischen lassen. Ich will einmal voraussetzen, dass diese Diskussion – aus welchen Gründen auch immer – annähernd so wichtig wäre wie die Frage, warum sich diese beiden ohne weitere Diskussion dem Autoverkehr unterzuordnen zu haben und will mich ihrer Beantwortung in diesem Post völlig ohne die gewöhnlich hochgehenden Emotionen, nur unter Zuhilfenahme der Wissenschaft der Physik nähern.

Wiens Fußgängerbeauftragte Petra Jens sprach sich schon vor geraumer Zeit in einem Interview im Kurier Online dafür aus, Radfahrer von den Fußgängern fern zu halten: „Zwischen Radfahrern und Fußgängern gibt es […] einen Tempounterschied von 1:6. Das verursacht Unbehagen, auch wenn es mehr Unfälle mit Autos gibt. Bei Bikern und Autos ist der Geschwindigkeitsunterschied nur 1:2. Daher macht es Sinn, den Radverkehr auf die Straße zu verlegen.“

klingt doch vernünftig…

Die Seele des Radfahrers

cycleRage

In meinem einleitenden Post zu dieser Neuauflage meines Blogs hatte ich angekündigt, es würde kein Fahrrad-Blog werden, weil ich mich selbst als vielschichtiger wahrnehme(n möchte) als nur radfahrend. Wie das nun mal so ist, scheinen mich die ersten „richtigen“ Posts sofort zu widerlegen, denn auch dieser hier dreht sich nun mal ums… Radfahren.

Genau genommen geht es um den Radfahrer beziehungsweise das Stereotyp des Radfahrers. Im Vergangenen Jahr hat die hiesige Boulevardpresse einige mehr oder weniger pfiffige Synonyme für diese Gruppe von Verkehrsteilnehmern geprägt, wie etwa „Pedalritter“, den unvermeidlichen „Radrowdy“ und ganz neu: „Strampler“ . Ich habe auch schon andere Begriffe gehört – oft auch während des unschuldigen Vorbeifahrens an Menschen die ich weder behindert noch gefährdet hatte – die ich hier lieber nicht anführe, damit mein Blog nicht durch irgendwelche Vulgaritäts-Filter fällt. Soviel ist klar: die allgemeine Perzeption des stereotypen Radfahrers ist eher negativ. Ich möchte hier versuchen herauszufinden, warum.

okay: warum?