Now you see me …

invisibleVisibleMan

… now you don’t! Das ist der Text der – zumindest laut der Einschätzung Ihres Stadtbenutzers – amüsantesten Stelle in Terry Jones’ Komödie „Erik the Viking“ aus dem Jahr 1989 (ausserdem der Titel eines Albums von Cliff Richard, sowie einer Reihe von Songs, TV-Serien-Episoden und Filmen). Nutzer von Tarnkappen und magischen Ringen verwenden diesen Satz oft um ihre Feinde und deren unzulängliche Kognition zu verhöhnen. Um so verblüffender, dass im wirklichen Leben Hohn, Schande und allem voraus: Schuld meist jenen zuteil wird, die am „receiving end“ dieser mangelhaften Wahrnehmung anzutreffen sind.

ein Beispiel?

Wider die Flaniermeile

Sonntagsspaziergang am Stadtrand

Es hat sich scheint’s eingebürgert, von „Flaniermeilen“ zu reden, sobald von jenen Teilen der Stadt die Rede ist, die durch Zufußgehende benutzt werden1. Das geht so weit, dass der Online-Zweig der Tageszeitung „der Standard“ jüngst in einer Artikelüberschrift einfach alle FußgängerInnen als „Flanierer“ bezeichnet hat.

Sind sie das nicht?

Die berechnete Freundschaft

energieUndImpuls

In den letzten Monaten wurde hier in unserer Stadt über Gebühr häufig und intensiv darüber diskutiert, ob sich Fußgänger- und Radverkehr miteinander mischen lassen. Ich will einmal voraussetzen, dass diese Diskussion – aus welchen Gründen auch immer – annähernd so wichtig wäre wie die Frage, warum sich diese beiden ohne weitere Diskussion dem Autoverkehr unterzuordnen zu haben und will mich ihrer Beantwortung in diesem Post völlig ohne die gewöhnlich hochgehenden Emotionen, nur unter Zuhilfenahme der Wissenschaft der Physik nähern.

Wiens Fußgängerbeauftragte Petra Jens sprach sich schon vor geraumer Zeit in einem Interview im Kurier Online dafür aus, Radfahrer von den Fußgängern fern zu halten: „Zwischen Radfahrern und Fußgängern gibt es […] einen Tempounterschied von 1:6. Das verursacht Unbehagen, auch wenn es mehr Unfälle mit Autos gibt. Bei Bikern und Autos ist der Geschwindigkeitsunterschied nur 1:2. Daher macht es Sinn, den Radverkehr auf die Straße zu verlegen.“

klingt doch vernünftig…

Wohnst du schon?

wohnstrasse

Die Straßenverkehrsordnung sieht in ihrem Paragraf §76b Abs(1) folgendes vor: „Die Behörde kann, wenn es die Sicherheit, Leichtigkeit oder Flüssigkeit des Verkehrs, insbesondere des Fußgängerverkehrs, die Entflechtung des Verkehrs oder die Lage, Widmung oder Beschaffenheit eines Gebäudes oder Gebietes erfordert, durch Verordnung Straßenstellen oder Gebiete dauernd oder zeitweilig zu Wohnstraßen erklären. In einer solchen Wohnstraße ist der Fahrzeugverkehr verboten; ausgenommen davon sind der Fahrradverkehr, das Befahren mit Fahrzeugen des Straßendienstes, der Müllabfuhr, des öffentlichen Sicherheitsdienstes und der Feuerwehr in Ausübung des Dienstes sowie das Befahren zum Zwecke des Zu- und Abfahrens.

Und tatsächlich hat irgendwann in der Vergangenheit – noch bevor ich in das Grätzl gezogen bin – die Behörde die meiner Wohnung nächstliegende Parallelgasse dauernd zu einer Wohnstraße erklärt. In der Theorie sind solche Wohnstraßen eine fantastische Erfindung. Der gesamte Durchzugsverkehr fällt weg, und jene die auf der Suche nach einem (leider notorisch häufig in solchen Straßen vorzufindenden) Parkplatz sind – oder gerade einen solchen verlassen haben – müssen sich streng nach den Bedürfnissen der Menschen auf der Straße richten. Diese Menschen dürfen dabei so allerhand:

was denn?