Sagen wir „zehn”

neuesWohnstrassenschild

Das Wort „Schrittgeschwindigkeit” findet sich in der StVO an fünf Stellen (§17 Abs(2), §76 Abs(1) §76a Abs(6) und §76b Abs(3,4)). Leider ist nicht genau ausdefiniert, wessen Gehgeschwindigkeit als Maßstab herangezogen werden soll. Usain Bolt, zum Beispiel, erreicht auf kurze Strecken schon mal mehr als 37km/h. Andererseits hatte Ihr Stadtbenutzer einmal eine Nachbarin, die weit in den 90ern war und zudem unter Fußkrankheit litt (was sie übrigens nicht davon abhielt ihre Angelegenheiten gehend zu erledigen); die alte Dame kam wohl nicht über 1km/h hinaus. Es wäre verlockend, nun zu sagen „(37+1)/2 ist 19“ und die durchschnittliche Schrittgeschwindigkeit auf diesen Wert festzumachen.

Hä!? Im Ernst?

Eine Anekdote über Anekdoten

cycleRage

Vielleicht wissen Sie ja über mich Bescheid. Dann wissen Sie, wie sehr ich mich an der Schönheit von Fahrrädern – mit Vorliebe von solchen aus Stahl, und besonders gerne aus Italien stammend – erfreuen kann. Sie wissen dann auch, dass ich die meisten täglichen Wege mit dem Fahrrad erledige – auch ausserhalb der eigentlichen Radsaison.

Als sich der Winter in Wien erstmals im Jahresrund mit dem Abwurf von ein paar Schneeflocken gemeldet hatte, postete ich (als Person, nicht als Stadtbenutzer) auf Facebook ein Foto meiner Schneebrille und meines Ribcap, begleitet von einer kleinen fröhlichen Nachricht über die Freuden des Radfahrens in untypischen Wetterverhältnissen und dem Hashtag #wintercycling. Ich erwartete eine Welle freundlich-solidarischer „Likes“.

und? Wie viele waren es?

Die berechnete Freundschaft

energieUndImpuls

In den letzten Monaten wurde hier in unserer Stadt über Gebühr häufig und intensiv darüber diskutiert, ob sich Fußgänger- und Radverkehr miteinander mischen lassen. Ich will einmal voraussetzen, dass diese Diskussion – aus welchen Gründen auch immer – annähernd so wichtig wäre wie die Frage, warum sich diese beiden ohne weitere Diskussion dem Autoverkehr unterzuordnen zu haben und will mich ihrer Beantwortung in diesem Post völlig ohne die gewöhnlich hochgehenden Emotionen, nur unter Zuhilfenahme der Wissenschaft der Physik nähern.

Wiens Fußgängerbeauftragte Petra Jens sprach sich schon vor geraumer Zeit in einem Interview im Kurier Online dafür aus, Radfahrer von den Fußgängern fern zu halten: „Zwischen Radfahrern und Fußgängern gibt es […] einen Tempounterschied von 1:6. Das verursacht Unbehagen, auch wenn es mehr Unfälle mit Autos gibt. Bei Bikern und Autos ist der Geschwindigkeitsunterschied nur 1:2. Daher macht es Sinn, den Radverkehr auf die Straße zu verlegen.“

klingt doch vernünftig…

Wohnst du schon?

wohnstrasse

Die Straßenverkehrsordnung sieht in ihrem Paragraf §76b Abs(1) folgendes vor: „Die Behörde kann, wenn es die Sicherheit, Leichtigkeit oder Flüssigkeit des Verkehrs, insbesondere des Fußgängerverkehrs, die Entflechtung des Verkehrs oder die Lage, Widmung oder Beschaffenheit eines Gebäudes oder Gebietes erfordert, durch Verordnung Straßenstellen oder Gebiete dauernd oder zeitweilig zu Wohnstraßen erklären. In einer solchen Wohnstraße ist der Fahrzeugverkehr verboten; ausgenommen davon sind der Fahrradverkehr, das Befahren mit Fahrzeugen des Straßendienstes, der Müllabfuhr, des öffentlichen Sicherheitsdienstes und der Feuerwehr in Ausübung des Dienstes sowie das Befahren zum Zwecke des Zu- und Abfahrens.

Und tatsächlich hat irgendwann in der Vergangenheit – noch bevor ich in das Grätzl gezogen bin – die Behörde die meiner Wohnung nächstliegende Parallelgasse dauernd zu einer Wohnstraße erklärt. In der Theorie sind solche Wohnstraßen eine fantastische Erfindung. Der gesamte Durchzugsverkehr fällt weg, und jene die auf der Suche nach einem (leider notorisch häufig in solchen Straßen vorzufindenden) Parkplatz sind – oder gerade einen solchen verlassen haben – müssen sich streng nach den Bedürfnissen der Menschen auf der Straße richten. Diese Menschen dürfen dabei so allerhand:

was denn?

Die Wirtschaft mit der Parkraumbewirtschaftung

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Mit meinem jüngsten Posting „Eine Lanze für die Ladezone“ habe ich den Einstieg in einer der beiden heißesten Wiener Kampfzonen gewagt: „Parken“ (die zweite ist, wie selbst Nicht-Wiener in den vergangenen Wochen und Monaten zweifelsfrei mitgekriegt haben die „MaHü“ mit ihren Nebenschauplätzen „Begegnungszone“, „Fußgängerzone” und „13A“). Ein jüngst in der Sendung „Wien Heute“ gezeigter Fernsehbericht mit dem Titel „Stundenlange Suche nach einem Parkplatz“ regt mich dazu an, ein paar weitere Überlegungen zu diesem Thema anzustellen.

na dann überleg mal!